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Steuernews für Ärzte

Weitere Artikel der Ausgabe Sommer 2006:

  • Neuregelung von ärztlichen Hausapotheken

    Am 28.03.2006 trat eine Änderung des Apothekengesetzes in Kraft, die eine Neuregelung der ärztlichen Hausapotheken zum Inhalt hat. Diese Gesetzesänderung wurde notwendig, nachdem der Verfassungsgerichtshof am 14.10.2005 das Apothekengesetz diesbezüglich als verfassungswidrig erkannt hat. Nachfolgend stellen wir die Eckpunkte inklusive der Übergangsregelung des doch sehr komplexen Gesetzes dar. Artikel lesen

  • Die Sozialversicherung bei niedergelassenen Ärzten

    Niedergelassene Ärzte sind nach dem Freiberuflichen Sozialversicherungsgesetz (FSVG) pensions- und unfallversichert. In der Krankenversichrung gilt das so genannte Opting-Out. Artikel lesen

  • Kosten für die Praxisvertretung

    Bei Urlaub oder Krankenstand des Praxisinhabers werden in Arztpraxen häufig andere Ärzte als Praxisvertreter beschäftigt. Artikel lesen

  • Mehrfachversicherung - Änderungen bei der Beitragserstattung

    Bis 2004 galten Beiträge, die über die Höchstbeitragsgrundlage hinaus entrichtet wurden, als Beiträge zur Höherversicherung, sofern nicht eine Rückerstattung beantragt wurde. Sie führten zu einem „besonderen Steigerungsbetrag“ und erhöhten so die Pension. Ab dem Beitragsjahr 2005 ist diese Möglichkeit entfallen. Artikel lesen

Abzugsfähigkeit von Kreditzinsen

Wird eine Betriebsausgabe durch Kredit finanziert, so sind die Zinsen auch dann Betriebsausgabe, wenn der Steuerpflichtige in der Lage gewesen wäre, den Aufwand durch Eigenmittel zu finanzieren. Kreditzinsen sind auch dann abzugsfähig, wenn die betrieblichen Gelder entnommen werden und deshalb Betriebsausgaben durch Kredit bezahlt werden.
Zinsen werden dann als Betriebsausgaben anerkannt, wenn sie Verbindlichkeiten betreffen, die betrieblich veranlasst sind. Betriebliche Veranlassung der Verbindlichkeiten bedeutet, wenn die Schulden ursächlich und unmittelbar auf Geschäftsfällen beruhen, die mit dem Betrieb der Arztpraxis in Zusammenhang stehen.
Die Notwendigkeit der Kreditaufnahme ist daher nicht entscheidend.
Ob Fremdfinanzierungskosten als betriebliche Aufwendungen anerkannt werden, hängt nur davon ab, wofür der Kredit verwendet wurde. Wird ein fremdfinanziertes betriebliches Wirtschaftsgut veräußert, bleiben die damit zusammenhängenden Fremdfinanzierungskosten auch danach noch abzugsfähig.
Wird das Wirtschaftsgut in die Privatsphäre überführt, ist ein Abzug der Zinsen nicht mehr möglich.  Wird ein Wirtschaftsgut zugleich betrieblich als auch privat genutzt, sind die Zinsen entsprechend aufzuteilen.
Beispiel: Wird ein Gebäude zu 60% privat und zu 40% als Ordination genutzt, sind die Zinsen entsprechend zu 40% als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Bei Anschaffungskosten über der steuerlichen Angemessenheitsgrenze (zB die Anschaffungskosten eines PKW betragen über € 40.000,00) unterliegen die Zinsen für einen Kredit auch dann der anteiligen Kürzung, wenn der Kreditbetrag unter der steuerlichen Angemessenheitsgrenze liegt.

Bei einem betrieblichen Kontokorrentkonto ist es nicht schädlich, wenn von diesem Konto monatlich ein bestimmter Betrag als Privatentnahme abgebucht wird.
Vergrößern sich jedoch die Betriebsschulden wegen unangemessen hohen Privatentnahmen, dann sind die Verbindlichkeiten insoweit nicht betrieblich veranlasst. Für die Summe der jährlichen Erhöhungen der Verbindlichkeit gilt daher das Zinsenabzugsverbot. Zinsen sind ferner nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig, soweit sie durch steuerfreie Zinsenzuschüsse abgedeckt werden.

Stand: 15. Mai 2006

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